Um die ideale Position des Routers und der Netzwerkadapter herauszufinden, war unter Windows XP das Tool Netstumbler die perfekte Wahl – leider wird das Tool nicht mehr weiterentwickelt und ist somit nicht Windows Vista & Windows 7 kompatibel (Auch nicht im Kompatibilitätsmodus). Glücklicherweise gibt es mittlerweile Alternativen – zwei davon möchte ich euch hier vorstellen.
1. NETSH
2. inSSIDer
NETSH
NETSH ist ein in Windows 7 eingeführtes Komandozeilentool mit man Verbindungsdaten entweder auslesen oder ändern kann. Dafür unterstützt das Tool eine Reihe von Parametern (Befehlen), die das Einrichten & die Administration eines Netzwerkes durchaus beschleunigen können. Schauen wir uns also einige Befehle im Detail an
Zuallererst müssen wir in die Windows Kommandozeile , auch “CMD” genannt. Diese erreicht man durch gleichzeitiges drücken von Windowstaste & R , in das kleine Feld gibt man
nun cmd ein. Es öffnet sich ein schwarzes Fenster, die CMD. Folgende Befehle kann man als Administrator immer gut gebrauchen:
netsh wlan show networks mode=bssid
Dieser Befehl gibt alle Netzwerke in Reichweite an. Dabei zeigt das Programm für jedes Netzwerk die SSID (der “Name”), Die Verschlüsselungsart (WEP,WPA,WPA2, Offen)
, den Funktyp (Das Protokoll, also 802.11a,b,g oder n) , den Funkkanal sowie weitere Informationen an.
netsh firewall set opmode disable
netsh firewall set opmode enable
Aktiviert oder Deaktiviert die Windows Firewall
netsh interface ip set address “Drahtlosnetzwerkverbindung” dhcp
netsh interface ip set address “Drahtlosnetzwerkverbindung” static LokaleIP Subnetzmaske Gateway
Stellt für den zwischen den ” ” angegeben Netzwerkadapter die Art der IP-Vergabe ein. Der erste Befehl aktiviert DHCP, bei dem zweiten Befehl wird eine feste IP vergeben.
netsh wlan show profiles
Dieser Befehl zeigt alle Netzwerke an, mit denen der Adapter bereits verbunden war. Verbindet sich der Computer zum ersten mal mit einem Netzwerk, erstellt
er ein Profil für dieses Wlan. In diesem Profil sind unter anderem Verbindungsinformationen wie das Passwort etc. gespeichert – will man also mehrere PCs auf einmal
das Profil eines Netzwerkes einfügen, kann man diese auch exportieren und importieren:
netsh wlan export profile name=”SSIDDESNETZWERKES”
Dieser Befehl exportiert die Verbindungseinstellungen von dem Wlan mit der angegebenen SSID. Die SSID ist der Name eures Netzwerkes, ihr ersetzt also
SSIDDESNETZWERKES mit eurem Netzwerknamen. Anschließend findet ihr in eurem Benutzerverzeichnis (Drückt Start (unten Links, WIndows Logo), anschließend rechts oben euer Benutzername) eine Datei Namens “Drahtlosnetzwerkverbindung-SSIDDESNETZWERKES.xml” – in dieser Datei steht unter anderem euer Wlan Passwort (Allerdings verschlüsselt, damit keiner damit Unfug treiben kann
). Diese könnt ihr zB auf einen USB Stick kopieren und anschließend mit dem Befehl
netsh wlan add profile filename=”F:Drahtlosnetzwerkverbindung-SSIDDESNETZWERKES.xml interface=”Drahtlosnetzwerkverbindung” user=”all”
Importieren. Filename ist der Pfad zu der XML Datei, user=”all” gibt an, dass jeder Benutzer des Computers dieses Profil nutzen darf. Sollte euer Adapter nicht
“Drahtlosnetzwerkverbindung” heißen, ändert dies bitte.
inSSIDer
Mein Lieblingsprogramm zum Herausfinden der Verbindungsqualität heißt inSSIDer. InSSIDer ist ein vollkommen kostenloses Programm dass ihr auf Metageek.net herunterladen könnt (Links oben auf Download). Nachdem ihr inSSIDer installiert habt (Das Programm ist auch Windows Vista und Windows 7 kompatibel), findet ihr es unter Start –> Alle Programme MetaGeek –> inSSIDer. Nach dem Start wählt ihr (sofern nicht automatisch erkannt) zuerst euren Wireless Adapter und klickt anschließend auf Scannen starten.
Das Programm ansich ist in drei Teile geteilt:
- Eine Tabelle der gefundenen Netzwerke samt Verbindungsqualität, Kanal auf dem gesendet wird, der Verbindungsqualität “RSSI”, der Verschlüsselung, Netzwerktyp und weiteren Infos. “Zuletzt” gibt an, wann das Netzwerk das letzte mal gefunden wurde – bei schwachen Signalen kann es zB sein, dass ein Netzwerk kurzzeitig Verfügbar, anschließend nicht mehr verfügbar ist.
- Links unten findet ihr die Qualitätszeitleiste – für jedes Netzwerk seht ihr die Entwicklung der Verbindungsqualität seit Start des Scans. Je nach eurer Antenne
und der Verbindungsqualität können das sehr starke Zickzack Kurven sein, es können jedoch auch ruhige, relativ gerade Linien sein. Dabei sind die Linien eingefärbt,
in der Tabelle (Siehe 1.) seht ihr ganz links welches Netzwerk welche Farbe hat. Auf der Vertikalen Achse seht ihr die Verbindungsqualität, angegeben in dbm – desto höher dieser Wert ist , desto besser ist das Signal (dh. -30 ist besser als -90). Auf der Horizontalen Achse findet ihr die Zeitleiste. - Rechts unten befindet sich der 3e Teil der Software – die derzeitige Verbindungssituation. Alle 0.5 Sekunden aktualisiert das Programm die Verbindungsqualität und gibt diese
ebenfalls in einem übersichtlichen Graphen aus. Auch hier gilt – je höher der Wert, desto besser. In der Vertikalen findet ihr auch hier wieder die Signalstärke, in der horizontalen findet ihr nun aber die Kanäle. Die Problematik, dass es in relativ geringem Abstand mehrere Wlans gibt wurde durch die Kanäle gelöst.
Da die Signalbreite je Kanal entweder 20 MHZ (802.11 A/B/G) oder 40 MHZ (802.11N), es kommt jedoch immer zu Überschneidungen und Störungen.
Plant man sein Netzwerk, sollte man also Aufpassen, dass auf dem selben Kanal +- 3 kein weiteres Wlan gefunden wird. Beispiel:
Findet inSIDDer ein Netzwerk auf Kanal 6, ein weiteres auf Kanal 11, sollte man von diesen Kanälen absehen. Auch die Werte 3,4,5,7,8,9,10 sind nicht gerade ideal,
aber durchaus akzeptabel. Ideal wäre Kanal 1 , da die Kanäle 1 , 6 und 11 (USA) bzw 1,7 ,13 (Europa) die überlappungsfreien Standardkanäle sind.
Wohnt man in der Stadt, wird man meist mehrere Netzwerke auf einmal empfangen – dabei werden die Kanäle 1,6,11 meist automatisch von den Routern favorisiert.
Hier sollte man also einen der Kanäle wählen, auf dem am wenigsten Störung vorliegt. Störungen prodzieren übriegens auch Haushaltsgeräte wie Mikrowellen, die auf nahezu den selben Frequenzen wie 9&10 funken – ist das Netzwerk also auf Kanal 9 oder 10 eingestellt und ihr macht euch Essen warm, findet das euer Router garnicht lustig.
Klingt kompliziert , darum erkläre ich es Anhand eines Screenshots
Auf dem Screenshot ist zu erkennen (Ein klick auf das Bild wechselt zur Großansicht, also öffnet es lieber in einem neuen Tab oder
schaut es euch später an), dass mein AVM Fritz!Wlan USB Stick (die 300 Mbit, also N Variante) 9 Netzwerke findet.
Das Netzwerk <(^.^)> KURBY PARTY ist meine Fritzbox 7270, das Netzwerk Pikapika ist mein AVM Repeater,
der das Signal von Kurby Party (deutlich!) verstärkt (Siehe Testbericht AVM Repeater).
Insgesamt habe ich den Scan 4 Minuten laufen lassen, dabei ist für mich vor allem die Farbe rot (Mein Wlan, dass durch den Repeater verstärkt wird) interessant. Die Verbindung ist sehr stabil und mit einem Wert von -55 recht gut – meine Entfernung zum Repeater ist relativ groß, daher sind hier deutlich bessere Werte möglich (Aber eben auch schlechtere, hehe). Die anderen Netzwerke
(So auch grün, mein Fritzbox 7270 Netzwerk) liegen deutlich darunter, nämlich bei -80 und noch schlechter. Bei solchen Verbindungsqualitäten ist das Netzwerk leider sehr instabil und normales surfen nahezu unmöglich.
In der rechten Spalte seht ihr die Momentansituation sammt Channelüberschneidung. Pikapika & Kurby Party funken beide auf dem selben Kanal (Sollte bei Repeatern so sein), dafür befindet sich das nächste Netzwerk (blau) erst auf Kanal 5. Es kommt also zu (fast) keiner Überschneidung – sehr gut! Schauen wir uns dagegen die anderen Netzwerke an (gelb, blau, rosa, orange, grau etc.) sehen wir, dass sie alle auf den Kanälen 11 bzw ein Netzwerk auf Kanal 10 sendet. Hier sind sehr starke Überschneidungen zu erwarten , worunter under anderem die Verbindungsqualität leidet. Es wäre also für die Betreiber dieser Netzwerke ratsam, ihren Kanal zu ändern – das geht meist ganz einfach über das Webinterface des Routers und dauert wenige Sekunden.
Wenn ihr also auf der Suche nach dem perfekten Ort für euren Router oder euren Adapter seit, startet das Tool und legt euren Adapter auf Ort 1. Notiert euch die durchschnittliche Stärke und stellt ihn dann auf Ort 2. Hat sich die Verbindungsqualität geändert, notiert sie und stellt den Adapter auf Ort 3 usw. Am Ende wählt ihr natürlich den Ort, bei dem die Qualität am höchsten war. Das ganze könnt ihr anschließend noch mit eurem Router machen, dh. die Position des Routers verändern – da dies aber relativ selten möglich ist, lasse ich das jetzt weg (Im Prinzip funktioniert es aber genauso wie gerade beschrieben). Die hier gesehene Kurve im linken Fensterteil ist äußerst stabil. Abgesehen von einer kleinen Signalverbesserung nach wenigen Sekunden ist mein Pikapika sehr stabil. Dass das nicht immer so sein muss, zeigt meine Richtantenne (Da diese jedoch kein 802.11N unterstützt, sind die Signalwerte natürlich schlechter).
Ich habe also das Programm gestartet und meine Richtantenne binnen zwei Minuten langsam um 360° gedreht, bis sie nach 2 Minuten wieder auf ihrer Ausgangsposition war. Je nach Winkel hat sich die Verbindungsqualität sehr verschlechtert (Der Ausgangswinkel (Und damit der Endwinkel) war übigens im Vorhinein natürlich bereits der Ideale winkel, damit mein Netzwerk so stabil wie möglich ist). Der beste Wert war -50, der schlechteste war -75. Ihr seht, durch das richtige drehen der Antenne ist hier enorm viel herauszuholen. Durch reines Gefühl ist soetwas unmöglich – daher sind solche Programme wirklich Gold wert, obwohl sie vollkommen kostenfrei sind
Solltet ihr noch Fragen, Anregungen oder sonstiges Anmerkungen haben, helfe ich euch gerne weiter. Nutzt dafür bitte die Kommentarfunktion unter diesem Artikel!




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Hi,
finde den Artikel sehr gut, jedoch wird eine Überarbeitung des 802.11n Teils mit 40Mhz Bandbreite bei 2,4Ghz benötigt. Es gibt nur einen einzigen “überlappungsfreien” Kanal in diesem Modus, Der Kanal für den 40Mhz Modus kann in EUR von 3-11 in USA von 3-9 gewählt werden. inSSIDer zeigt bei ihren 300Mbit Geräten auf Kanal1, z.B nur eine Bandbreite von 20Mhz an . Sprich sie arbeiten max im 130/144(150)Mbit Modus.
Ein 802.11n Geräte verwendet 9 Kanäle, und aufgrund der Bandbreite von 20Mhz (2*10Mhz) 802.11G kann je ein Kanal links we rechts von dem Kanal für das 802.11N WLAN, nicht für ein zusätzliches 802.11G WLAN verwendet werden
Ich muss mich nochmal etwas revidieren.
In EUR ist bei 802,11n Kanal 3 oder 11 bei einem 40Mhz 802.11n WLAN “überlappungsfrei”. Nur in den USA gibt es nur einen einzigen Kanal
Hallo,
ergibt sich keine Besserung. Bin schon echt sauer.
sehr guter Artikel, jedoch noch eine Frage. Bei der Fehlersuche an meinem WLAN zeigt der Scan nur eine große Zickzacklinie, der Empfang am Endgerät ist sehr instabil. Das wechseln der Kanäle ergibt keine Besserung. Selbst wenn ich den Router auf das Empfangsgerät schlage
Kann es sein, das ein elektrisches Gerät mein WLAN total zerhackt? Für eine Antwort schon jetzt mein Dank.
Hi Gerd,
hast du zufällig eine Yagi (Richtlinienantenne) – oder welchen Wlan Adapter hast du denn?
2. Hast du eine Funkmaus ? Wenn ja, steck diese mal ab / deaktiviere sie
Und 3: Wlan A,B,G oder N? Wenn A / N : 2,4 ghZ oder 5 ghZ oder beides?
Liebe Grüße
Hallo Huggy,
nix Yagi, einfach nur ein Router “Speedport W503V” mit interner Antenne. Automatische Konfiguration für Dummis, alles Standardeinstellungen. Normale g+b Einstellung, n kann mein Laptop und mein WLAN- Drucker nicht.
Keine Funkmaus vorhanden. Jedoch gleich eine Wand weiter eine Bäckerei mit Cafe, mit eine Menge Elektosmog (Handy’s, DECT’s, Funk- Türgong, Funk- Kameraüberwachung, Kühlschränke und “wer weiß was noch”).
Auch interessiert mich die Anzeige vom “inSSIDer”, große total gezackte Linie – was bedeutet das?
Viele Grüße
Hi Gerd, mir ging es um deinen Empfang – dank der Zusatzinfo nehm ich an, dass du integriertes Wlan nutzt?
DECT etc. sind alles andere Frequenzen – und selbst dann sollte es nicht so drastische Auswirkungen haben. Ist die Linie denn gleichmäßig oder eher unregelmäßig?
Ändere eventuell mal in nur G oder nur B, damit eine andere Frequenz genutzt wird.
Hallo Huggy,
nichts zu machen, eine andere Frequenz ergibt auch kein anderes Bild.
Die Linie vom inSSIDer habe ich im folgenden Link abgebildet:
http://s5b.directupload.net/file/d/2065/rzzh67fp_jpg.htm
Ich befand mich mit meinem Laptop in ca. 8m Entfernung von meinem Router.
Was “zerhackt” und dämpft das WLAN- Signal so stark?
Vielen Dank für Deine Antworten.
Gruß,
Gerd
Hi..die Änderungsintervalle sind enorm kurz und die auswirkungen drastisch.
Allerdings recht gleich, ich würde also auf den Router oder den Adapter tippen statt äußere störungsquellen. Du funkst auf G oder N?
Welchen Adapter hast du denn? Hast du die Möglichkeit, einen anderen Adapter zu prüfen? Ich hatte mit einem Wlan Adapter ähnliche Muster.
hab schon länger nach Lösungen für Win7 gesucht. Der Beste Bericht den ich zu diesem Problem gefunden hab. thx
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