Der Linksys E4200 – das aktuelle Topmodell der Linksys by Cisco E Serie – wird derzeit heftig für seine Reichweite, den Datendurchsatz und die innovative Bedienung beworben. Zugegeben, das Gerät sieht schick aus und ist selbst für Anfänger unkompliziert einzurichten – aber ob das den Preis von derzeit 125€ (UVP 169€) rechtfertigt?
Die Ausstattung
Die Ausstattung lässt vorerst wenig zu wünschen übrig – das Gerät mit dem 802.11N Standard unterstützt die Dual-Band Technologie, sendet also parallel auf dem 2.4 sowie dem 5 GHz Frequenzband. Dadurch werden Übertragungsraten von 300 Mbit/Sekunde im 2.4er und 450 Mbit/Sekunde im 5 GHZ Bereich ermöglicht -insgesamt sind dafür 3×3 interne Antennen mit MIMO Technologie verbaut. Für den lokalen Netzwerkanschluss sind 4 Gigabit LAN Ports vorhanden, genauso wie ein USB 2.0 Slot für Peripheriegeräte. Letzterer wird durch die Funktion als UPnP Medienserver aufgewertet. Das Gerät wird samt (relativ kurzem) LAN Kabel geliefert, eine CD für den Schnelleinstieg ist ebenfalls vorhanden. Auf der CD befindet sich Software, um das Gerät einzurichten. Da ich allerdings ganz gerne weiß, was auf meinen Geräten vor sich geht, habe ich mich für die klassische Installation entschieden.
Die Installation
Neuere Router (wie z.B. der E4200) unterstützen eine halbautomatische Konfiguration, die durch das Betriebssystem erfolgt und auch für Laien verständlich ist. Sobald man sich mit dem Router verbunden hat (entweder via WLAN oder LAN), bietet Windows 7 die Möglichkeit, den Router über eine simple Konfigurationsmaske aufzusetzen. Dafür muss aus Sicherheitsgründen nur der 8 stellige PIN, der meistens auf der Rückseite des Geräts zu finden ist, eingegeben werden – anschließend lassen sich der Name des Netzwerks (SSID), das Kennwort und die Verschlüsselungsmethoden (WPA2, AES) einstellen. Glücklicherweise generiert das System hier selbständig einen relativ sicheren Schlüssel (zb s68c-qnrw-5gxu).
Das wars, nach einem kurzen Reboot des Geräts findet sich das eben erstellte WLAN und die Konfiguration kann über das Webinterface (192.168.1.1) weitergehen. Solltet ihr hier nach einem Passwort gefragt werden, ist es User: admin , Kennwort admin.
Das Webinterface unterscheidet sich nur marginal von anderen Linksys Routern – alle bekannten Einstellungen wie DHCP, Hostname etc. lassen sich direkt einrichten. Weitere Einstellungsmöglichkeiten sind die Kinderschutzfunktion (blockieren des gesamten Netzverkehrs , bestimmter Pots / Anwendungen oder nur spezifische Seiten zu gewissen Uhrzeiten) etc. – die typischen Linksys Settings. Ein nettes Feature ist die Möglichkeit des Gastzugangs – ein abgeschottetes Netzwerk, um Gästen sicher und unkompliziert Internetzugriff zu bieten. Das Gäste-WLAN selbst ist unverschlüsselt, sobald man allerdings eine Webseite ansurfen will, muss man sich durch ein Gästekennwort authentifizieren. Vom Gäste-Wlan ist es nicht möglich, das Webinterface des Routers oder andere PCs im Hauptnetzwerk zu erreichen. Ein großer negativer Kritikpunkt am Webinterface des Routers: Die meisten Kennwörter sind klar sichtbar und werden nicht durch Sternchen verschleiert. Sollte also jemand – wie auch immer – Zugriff auf das Webinterface bekommen, sieht er das von euch gesetzte Passwort, das dann hoffentlich kein Standardpasswort für alle Websites von euch ist
Die Leistung
Kommen wir zu dem, was wirklich zählt – die Leistung. Linksys verspricht (ich zitiere die Verpackung) „ultimate“ und „Maximum Speed“ Werte. Zugegeben, wenn direkter Sichtkontakt mit dem Router besteht, ist die Verbindungsgeschwindigkeit mit ca. 15 Mbyte pro Sekunde (vorausgesetzt, der Adapter unterstützt Dualband und ist nicht weiter als ~ 5 Meter entfernt) durchaus hoch. Sobald man allerdings ein Hindernis (Wand) zwischen Router und Host setzt, gibt das 5 GHz Netzwerk den Geist auf und verliert rasant an Verbindungsqualität. Hier kann nurnoch das 2.4 GHz Netz empfangen werden, wodurch die Übertragungsgeschwindigkeit auf ca. 3 Mbyte / Sekunde einbricht (und das , obwohl die Luftlinie nur ca. 6 Meter und eine Wand beträgt) – kein glorreicher Wert, der ziemlich genau dem einer Fritz!Box 7390 und Fritz!Box 7270 gleicht (beide sind nicht gerade für ihre enorme WLAN-Reichweite bekannt, dafür haben sie andere Vorteile). Warum das 5 GHz Netzwerk des E4200 derart rasch abfällt ist mir ein Rätsel – natürlich ist dieses Frequenzband im Heimbereich eher für kurze Distanzen gedacht, aber solche Werte sind etwas makaber. Wer vorhat, seine PCs in unmittelbarerer Nähe zum Router zu platzieren, sollte – sofern möglich – sowieso auf eine kabelgebundene Lösung zurückgreifen. Um das Ganze etwas zu verdeutlichen, hier ein Screenshot des Analystools.
Wer mein Testsetup kennt weiß, dass KURBY PARTY eine Fritz!Box 7390 ist und Kurby Repeated ein Fritz!Repeater 300E. Der E4200 funkt mit der SSID wlan-info.net. Die Fritz!Box 7390 steht direkt neben dem E4200, sie funken jedoch auf komplett anderen Kanälen (1 & 6) – hier findet also keine Kollision statt. Der 2.4 Bereich der 7390 und des E4200 ist mit 45% zu 44% nahezu ident – im 5 GHz Bereich (die Kanäle 36 und 44) gewinnt die Fritz!Box mit 36% Signalqualität gegenüber dem E4200 mit lediglich 27%.
Fazit
Für den Normalanwender, der sein Hauptaugenmerk auf einfache Bedienung, rasche Konfiguration und „Hauptsache es funktioniert“ setzt, ist der E4200 eine gute Wahl. Durch Features wie USB Port und Mediaserver ist er ein typischer Allrounder, der noch dazu schick aussieht. Wer jedoch auf Übertragungsraten jenseits von (in der Praxis ankommenden) 3-4 Megabyte/Sekunde legt, sollte den Kauf überdenken. Gerade bei Altbauten oder sonstigen Situationen, wo das 5 GHz Band seine Probleme bekommt, kann lediglich der 2.4 GHz Frequenzbereich genutzt werden. Die Reichweite des Routers ist (bezogen auf 2.4 GHz) durchaus in Ordnung und der Datendurchsatz ist mit 3-4 Megabyte bei reeller Entfernung auf jeden Fall hoch genug, um ohne große Geschwindigkeitseinbußen surfen zu können. Wer jedoch gerne größere Dateien im Netzwerk kopiert, sollte zu einem anderen Modell greifen.
Note: Befriedigend.
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